19 Juli 2008

Was mache ich eigentlich?

Diese Frage habe ich mir in den letzten Tagen und Wochen öfter gestellt.
Es geht um Karate. Wen wundert´s...
In den letzten Monaten habe ich mit Interesse verschiedene Diskussionen in Foren beobachtet, die sich mit der Historie, den Inhalten und der Definition von Stilrichtungen, allen voran dem Shôtôkanryû beschäftigten. Sie haben letztendlich dazu beigetragen, dass ich über mein Karate und meinen Stil intensivst nachdachte, Nachforschungen anstellte (Vielen Dank, Stephan und alle anderen, denen ich auf den Wecker gegangen bin...) und Neues für mich fand. Dass das, was ich hier jetzt schreibe, in Deutschland oder anderswo einigen nicht gefallen wird, ist klar, es ändert jedoch nichts an dessen Tatsachen:

Es gibt keine Stilrichtung namens "Shôtôkan". In keinem Verband und nirgendwo auf der Welt.

Nur Shôtôkanryû.

Warum?

Man muss erstmal prinzipiell klären, was sich unter der Bezeichnung "Ryû" verbirgt. Stile unterteilen sich in in Ryû (z.B. Shôtôkanryû, Shitôryû, Gôjûryû, Ittôryû, Shintôryû, Hasegawa-Eishinryû usw.) bzw. in Ryûha (z.B. Shôtôkanryû Kase-Ha, Musô Shindenryû Kamimoto-Ha usw.). Das die offiziellen Bezeichnungen für die Stilrichtungen und deren Untergruppierungen werden als Ryu bezeichnet, so gibt es Shôtôkanryû, Wadoryû. Dies gilt in Japan und auch auf der ganzen Welt.

Manche Stile tragen keine Ryû-Bezeichnung, deren Namen enden auf "Kan" oder "Kai". Das sind dann eher Bezeichnungen für Vereinigungen, die ein für sie typisches Karate betreiben, z.B. das Kyokushinkai, die Nihon Karate Kyôkai (JKA), die Japan Karatedô Shôtôkai (Asai Sensei) oder das Renbukai (letzteres eine Gruppe innerhalb der JKF). Innerhalb dieser Kan oder Kai gibt es keine Stilvariationen sondern nur ein Karate. Also sind Ryû-Bezeichnungen da überflüssig.
ODER: Es handelt sich um die Namen von Dôjô (im Sinne von Vereinigungen, aber auf lokaler Ebene): Shûshûkan (unser Dôjô, betreibt Shôtôkanryû), Goshinkan (ein Gorjûryû-Dôjô in unserer Nähe), Chiyodaku Karatedô Kenkyûkai (das Dôjô, wo ich in Tôkyô war, ehemalig JKA, jetzt Shôtôkanryû) usw. Diese Namen setzen i.d.R. die Gründer oder Kanchô-Shihan dieser Dôjô aus den Namen ihrer Lehrer o.ä. zusammen. Die bekennen sich aber meistens zu einer der vier großen Ryûha. Natürlich interpretieren die Dôjô-Shihan u.U. das eine oder andere für sich etwas anders.

Im Falle vom Shôtôkan ist das so: "Shôtôkan" bezeichnet Funakoshis Dôjô (also ein lupenreiner Dôjô-Name), aber da es keine Stilrichtung in dem Sinne gab (und nach Funakoshi auch nicht geben sollte), gibt es auch keine Ryû-Bezeichnung für das Karate im Shôtôkan. Es gibt ebensowenig eine im Shôtôkai, einer Vereinigung, die für das Karate Funakoshis (das Karate, das im Shôtôkan-Dôjô geübt wurde) steht.

Die JKA, die sich über Nakayama als die Nachfolgeorganisation von Funakoshis Dôjô und dessen Karate sieht ("Keeper of Karate's highest tradition") haben in dem Sinne ja auch keine Stilbezeichnung. Der Begriff "Shôtôkanrû" soll in den 1940ern aufgetaucht sein (von wem geschaffen weiß ich nicht) und wird heute - das ist Fakt - für das Karate verwendet, welches man Funakoshi über Nakayama (!) zugedenkt. Und das wäre dann das Karate der JKA (also die Dôjô, die nicht ode rnicht mehr in der JKA sind). Shôtôkanryû, bzw. die Dôjô, in denen es geübt
wird, haben nichts mit den Dôjô der Shôtôkai oder dem Shôtôkan-Dôjô zu tun.

Wenn man heute den Begriff "Shôtôkan" in Deutschland verwendet, ist es rein sprachlich ok von "Shôtôkan-Karate" zu sprechen (analog: Shôtôkan-Style im Englischen), im Sinne von Shôtôkanryû. Was aber nicht korrekt ist, ist sich auf Funakoshi zu berufen und Nakayama quasi außen vor zu lassen. Denn letzterer ist eigentlich derjenige, auf den das Shôtôkanryû und damit das deutsche "Shôtôkan" zurückgeht. Von daher hat auch das deutsche "Shôtôkan" nicht mit Funakoshis Karate zu tun. Und dürfte sich eigentlich nicht so nennen. Schon weil es falsch ist, eine Dôjô-Bezeichnung als Stilname zu verwenden (Nebenbei: Die Leute raffen auch nicht, daß Kyokushinkai kein Stil ist, sondern eine Vereinigung aller, die Kyokushin betreiben...).

Ein japanischer Karateka wird immer den Begriff "Shôtôkanryû" verwenden. Es sei denn, er ist Angehöriger des Shôtôkai. Dann wird er mit Sicherheit "Karate" sagen, also keine Stilbezeichnung verwenden..

Komlipiziert? Das ist es. Aber nachvollziehbar.

Und um mich richtig unbeliebt zu machen: gibt es überhaupt so etwas wie Stile? Oder liegen wir da nicht einem Riesenirrtum auf?

Auch hier...

...nach langer Zeit ein Eintrag. Es ist viel passiert in der letzten Zeit.

Habt Ihr das Glück mit Karate beruflich zu tun zu haben? Nein? Wenn Ja, dann wisst Ihr welches Glück das ist. Es ist mein Hobby, eine Berufung, die nun zum Beruf geworden ist. Als Geschäftsstellenleiter des Bayerischen Karate Bundes habe ich zwar einen Schreibtischjob, aber einer, der mir Möglichkeiten der Entfaltung bietet, die nur wenigen Menschen geboten wird. Das fängt an bei den Kontakten, die ich nun knüpfen, den Dienstleistungen, die ich bieten, bei den Terminen, die ich nun wahrnehmen und hört u.a. bei den Veranstaltungen und Marketingaufgaben auf, die ich nun "managen" darf. Und alles für Karate.
Und ich schreibe "darf" - denn ich weiss und spüre: Es ist nicht selbstverständlich einen Beruf gefunden zu haben, der einem so liegt wie dieser.
Ich bin glücklich und dankbar.

01 August 2007

Mein neues Buch - Jion

Es ist nun fertig - mein neues Buch über die Shotokan Ryu-Kata Jion, und ab Mitte August wird es ausgeliefert. Es war eine Heidenarbeit und noch immer habe ich das Gefühl, mindestens die Hälfte von dem übersehen zu haben, was diese wundervolle Kata hergibt. Und sie noch nicht wirklich erfasst zu haben. Und schon ist das nächste dran...
Aber das ist das Schöne am Recherchieren - man lernt, dass man nie auslernt.
Ich wünsche viel Freude mit dem Buch.

29 Juli 2007

Gedanken

Es war in den letzten Monaten ruhig hier.
Mit Bedacht.
In den letzten Wochen und Monaten habe ich viel Zeit bekommen, nachzudenken. Über Karatedo, meine Ziele, meine Ideen, meine Vorhaben. Und dieser Prozeß ist noch nicht zu Ende. Durch intensive Kommunikation mit Karatedo-Freunden und der intensiven Auseinandersetzung mit der Kampfkunst Karatedo durch meine Bücher habe ich neue Impulse gefunden, die für meinen Weg entscheidend sein werden.
Doch darüber werde ich im Laufe der Zeit mehr berichten.
Ich bitte Euch aber um Geduld - eine Tugend, die, wie ich oft erfahren muss, in der heutigen Zeit nicht weit verbreitet ist. Aber es wird sich lohnen.


11 Februar 2007

Seid wie die Kinder!

Eine sehr gute Internetbekanntschaft von mir (Hallo Kamiu!) hat sich entschlossen Karate anzufangen, nachdem sie viele Jahre Judo trainiert hat. Nicht ohne Augenzwinkern: Eine weise Entscheidung, meine liebe Freundin! Nun werde ich mit Fragen bestürmt, die letztendlich in einem Satz gipfelten, der mich doch recht stark zum Nachdenken gebracht hat: "Mir ist etwas mulmig und es ist fast schade, dass ich wieder beim weissen Gürtel anfangen muss."

Liebe Kamiu, das ist doch eine wundervolle Sache!

Viel zu oft vergessen wir Karateka, wie wichtig es ist, sich wie ein Anfänger zu fühlen, wie ein Anfänger zu handeln und zu üben. Ich vergleiche das gerne mit Kindern, die die Welt entdecken: Das Staunen, die Unbefangenheit, mit der neues Wissen erlangt und verarbeitet wird, das ständige Üben, die Stetigkeit, mit der Kinder versuchen, das Gelernte umzusetzen. Wer einmal beobachtet hat, wie oft Kinder hinfallen und wieder aufstehen, während sie das Laufen lernen, wie oft Kinder ein Wort wiederholen, bis sie es richtig aussprechen können, wird verstehen was ich meine.
Wie oft verzagen wir Erwachsene, wenn etwas nicht beim erstenmal klappt! Wie oft sagen wir "Ich kann das nicht!" oder "Da muss ich wieder von vorne anfangen!"! Wenn Kinder so denken würden - wir könnten heute nicht einmal laufen. Geschweige denn Karate üben dürfen. Sogar viele sogenannte Meister der Kampfkünste haben diese Versagensängste und Befürchtungen, Ihr Gesicht zu verlieren. Sie verstecken dieses hinter (Halb)Wissen, (Möchtegern)Autorität und großmeisterlichem Getue. Sie haben vergessen, wie Anfänger zu sein - und haben damit aufgehört zu lernen.


Etwas Neues anzufangen ist etwas Aufregendes, es ist wie eine neue Welt entdecken. Natürlich spielen Ängste und Bedenken eine Rolle, sie liegen in der Natur des Menschen. Doch die Freude am Neuen, die Neugierde sollte überwiegen. Am Anfang zu stehen bedeutet auch alles das Erleben zu dürfen, was andere schon erlebt haben - oder nie erleben werden.
Wie Kinder im Leben - wie ein Anfänger im Karate!

Liebe Kamiu, ich wünsche Dir viel Erfolg auf Deinem Weg. Und bleib immer ein Anfänger!

Mein neues Buch

Es ist wieder einmal geschafft. Das neue Buch geht in Druck. Diesmal über die Heian Shodan. 85 Seiten edelste Buchkunst (mein Dank sei hier wieder an Sascha, den besten Buchmacher Bayerns gerichtet!). Ich habe mich lange mit dieser Kata auseinandergesetzt und einiges erfahren, dass mir persönlich diese Kata wieder in einem anderen Licht erscheinen lässt. Natürlich liesse sich noch viel mehr schreiben, über Atemtechniken, vom Kihon-Bunkai zur Selbstverteidigung, intensivere Vergleiche zu anderen Stilrichtungen... aber ich bin der Meinung, Bücher müssen dem Leser Raum lassen für persönliche Interpretationen, eigene Erfahrungen und Meinungen, neue Ideen. Karate in ein Buch zu pressen ist schon schwierig genug - es auch noch vollständig sein zu lassen, ist unmöglich. Was nicht heisst, dass ich irgendwann auch diese Themen nicht einmal anpacken werde...

Es war der Grundgedanke, dass ich mit dem Schreiben der Bücher mein persönliches Wissen erweitere. Dass nun so viele andere daran teilhaben, das ist eine tolle Sache. Ich bekomme viel Input, den ich für meine Schüler weiterverarbeiten kann und ich merke schon, wie sich meine Denkweise erweitert und verändert. Und mein Karate.

Eine wundervolle Entwicklung!

30 Januar 2007

Bissiger Kommentar 2

Der Titel eines Threads in einem Forum einer von mir geschätztem Community lautet: "Schwarz Gurt - für was steht er bei Euch?". Eine von vielen Fragen, auf die es soviel Antworten wie Schwarzgurtträger gibt. Insofern eine Frage, die niemals zur Zufriedenheit aller beantwortet werden kann. Oder doch? Wenn ich mir einige Kommentare angucke, dann dürfte doch folgende, komplexe und zusammenfassende Antwort zumindest einen großen Teil der Angesprochenen zufriedenstellen:

"Der Schwarzgurt ist nix wert..."

Richtig. Das stimmt!
Baumwolle kostet auf dem freien Markt nur ein paar Cent das Kilo, dazu einen Hauch Seide und schwarze Stofffarbe, das ganze zusammengenäht von Maschinen oder einen paar armen Leuten in China, Indien oder Pakistan... fertig ist der Schwarzgurt für fünf Euros.

Oder war das anders gemeint? Hätte ich die Antwort ergänzen sollen mit

"... wenn ihn jemand woanders ausser bei mir, meiner Organisation oder nicht nach meinen Vorstellungen gemacht hat!"?


Wenn Kampfkünstler solche Meinungen vertreten, kann man eigentlich nur noch darüber spekulieren, wieviel mehr Wert deren Bauchbinde haben muss. Wahrscheinlich steht es gerade fünf zu null Euros für den Schwarzgurt.

Mein neues Buch

Ich wünsche Euch ein schönes, zufriedenes und gesundes neues Jahr!
Es tut mir leid, dass ich so lange nichts hier geschrieben habe, aber ich war beschäftigt. Und das erfolgreich. Mein neues Buch ist fertig, Titel: "Heian Shodan: Frieden - die erste Stufe" und es ist hier bestellbar... ab Februar. Es ist das dritte Buch meiner bescheidenen Serie, die in einigen Jahren - hoffentlich - mindestens 27 Titel umfassen wird.
Und wenn man sich wundert, warum jetzt plötzlich eine Heian Kata kommt - nun, das war Absicht. Ich wollte mit den Kata beginnen, die ich sehr mag und die auch meine ersten wirklichen "Liebschaften" waren, sie haben mir deswegen das Schreiben recht leicht gemacht. Jetzt habe ich mich warmgeschrieben und es geht nun nahtlos weiter. Danach werden alle anderen Dan-Kata und Heian-Kata im Wechsel veröffentlicht.
Ich bin immer wieder erstaunt, wie ein Projekt, dass eigentlich ein sehr Persönliches ist (Das Schreiben der Bücher ist meine persönliche Art, den Kata auf intelektueller Ebene näherzukommen), so begeistert und mit Enthusiasmus von anderen aufgenommen wird, und wie sich daraus fruchtbare Diskussionen und Feedbacks ergeben. Was kann man sich mehr wünschen? Und wenn Ihr Vorschläge habt - her damit. Ich werde gerne jeden Tag ein bisschen klüger. Wenn´s mit der Weisheit schon nicht klappt....

24 Dezember 2006

Entspannung

So, das Jahr ist fast vorbei, viel wurde geschafft, noch mehr nicht geschafft. In diesem Moment machen meine Kinder mit meiner Frau Mittagsschlaf, während ich die restlichen Weihnachtsvorbereitungen treffen kann. Und abgesehen vom jährlichen Konsumterror, den ich aber diesmal ein wenig einschränken habe können, war es doch eine recht stressfreie Zeit, die sich hoffentlich über das neue Jahr hinaus halten wird. Heute abend geht´s in die Kirche, dann Bescherung und ein einfaches Abendessen. Und die nächsten zwei Tagen Familie dick... viel zu tun.
Aber dennoch kreisen meine Gedanken schon wieder um das nächste Jahr und die vielen Projekte, die ich noch vorhabe. Neue Bücher schreiben, das Dojo und das Training optimieren, neue Lehrgänge geben und natürlich mein Karatedo zu verbessern.
Und nächstes Jahr um diese Zeit werde ich wieder dieselben Gedanken machen - vermute ich.
Es ist ein lebenslanges Lernen und Zeit ist da relativ. Genießt sie!

Ich wünsche Euch Glück und Zufriedenheit!

17 Dezember 2006

Lehrgang mit Sensei Ishikawa / Teil 3

Muskelkater! Ich hatte selten einen derartigen Muskelkater... der Morgen war recht - schmerzhaft. Der dritte und letzte Tag unseres Lehrganges ist angebrochen. Nachdem der gestrige Tag so gut gelaufen ist und sich nach meinem Eintreffen in der Halle auch herausstellte, dass die zwanzig Leute, die in der Halle übernachtet haben, keinerlei Beschwerden hatten (Wenn man mal von einem tierischen Muskelkater absieht... s.o.) , konnte der restliche Tag kommen. Die letzte Einheit dieses Lehrgangs startete um 9.00 Uhr und dauerte bis 11.00 Uhr - die Themem von gestern wurden intensiv wiederholt. Stand und Hüftarbeit im Kontext von Grundschule und Kumite. Wieder wurden grundlegende Bewegungen für Zenkutsu Dachi, Mae Geri und Gyaku Zuki erarbeitet und geübt. Interessanterweise störte der Muskelkater nicht, im Gegenteil: Ich hatte das Gefühl, dass er nach und nach besser wurde, was natürlich meinem Einsatz im Training erheblich guttat...
Einige meiner Leute, die gestern das Spezialtraining von Marie geniessen konnten, durften zum Schluss noch einmal Kata vorführen, Gojushiho Sho. Und sie bekamen von Ishikawa Applaus, eine schöne Geste, die mich zuversichtlich stimmte, denn zwei von den Dreien mussten in der darauffolgenden Stunde zur Dan-Prüfung antreten. Ob die beiden, Flo und Martina, diese extra Einlage als große Ehre empfanden, läßt sich schwer beurteilen - die waren danach sowas von platt, das ich befürchtete, dass sie in der Prüfung konditionelle Probleme bekommen könnten.
Nach der Trainingseinheit fand nach einer kurzen Pause die Dan-Prüfung statt. Sensei Fritz Oblinger (mit dem ich die Ehre hatte in der Trainingseinheit zusammen zu arbeiten) und Sensei Ishikawa nahmen diese ab.
Und das war eine echte Nervenprobe - denn jeder wurde von Ishikawa sowas von zerpflückt - ich glaubte fast, dass da keiner bestehen würde. Halt, nein, nicht jeder. Bei zweien hat er nichts gesagt, hat sie nicht wiederholen lassen und keine Kritik geäussert. Nun, wer Japaner kennt, der weiss, dass das kein sehr gutes Zeichen ist. Und Bingo, die beiden vielen dann auch durch. Aber alle meine vier Anwärterschüler, Martina, Flo, Reiner und Thomas, bestanden mit Bravour. Aber Ihr könnt mir glauben, mein Puls ging da schneller als der der Prüflinge...
Danach war großes Verabschieden und Aufräumen angesagt. Und das wäre nicht so schnell gegangen, wenn ich nicht einfach Spitzenleute in meiner Truppe hätte, die mit viel Engagement hier geholfen haben und mich stolz machen auf mein kleines, aber feines Dojo.
Es sei an dieser Stelle noch gedankt:
Martin und Susan für die engagierte und tolle Arbeit
Marie Niino für die viele Übersetzungsarbeit und das Training mit meinen Leuten
Erich Dreisbach für den unerschütterlichen Humor und die Fotos
Melli für die nette Überraschung
Karin und Nicole für eine weitere tolle Überraschung
und meinem Helfern wie Anita udn Lothar, Anita und Thomas, den Kilgensteins und allen anderen, die mir mit Rat und Tat zur Seite standen. Das machen wir wieder! Und ich möchte es mit Euch machen!

Ein schöner Satz noch zum Abschluss, den Ishikawa den Prüflingen noch mit auf den Weg gab: "Jetzt fängt Karate erst an."
Den finde ich gut und richtig. Ich freue mich, liebe Kohai, diesen Weg mit Euch bis jetzt gegangen zu sein und weiter mit Euch zu gehen!

Lehrgang mit Sensei Ishikawa / Teil 2

Da ich gestern abend zu müde war, muss ich den Eintrag jetzt nachholen.
Der Tag fing wirklich vielversprechend an. Die Leute sind - für einen im Jahr so spät angesetzten Lehrgang - in unsere kleine Halle geradezu geströmt. Am Ende waren es 120 Karateka, die den Trainingseinheiten beiwohnten, davon 20 Kinder, die zur Kindereinheit kamen und vollauf begeistert mitmachten. Unsere gute Organisation (Ich weiss, Eigenlob... aber das hat wirklich gut geklappt!) hat die Menschenmassen gut aufgefangen und versorgt, es gab keine Engpässe, keine Wartezeiten, die Verpflegung lief optimal und unsere Halle war für diesen Lehrgang wirklich wie geschaffen. Es haben sich, soweit ich das mitbekommen habe, alle wirklich wohl gefühlt.
Das Training selber hatte vor allem die Feinheiten der Stände und Bewegungsarten und -möglichkeiten sowie Haltungund Bewegungsführung zu Thema. Kleinigkeiten, Detail, immens wichtig in der Grundschule, aber immer vernachlässigt, viel Neues, worüber wir alle noch viel nachdenken sollten. Langweilig wurde uns nicht, geschwitzt haben wir und ich hatte endlich wieder das Gefühl, ein Anfänger zu sein. Ishikawa hat uns mal gezeigt, wo der Hammer hängt. Und das auf eine niveauvolle und humorvolle Weise, die gut ankam und die Strenge des Trainings durch seine lockere Persönlichkeit milderte.
Es waren 2 x 2 Stunden Training, dazwischen 1 Stunde Pause und eine Stunde Kindertraining. Dann habe ich Kyu-Prüfung gehalten, Marie Niino hat für meine Leute ein Kata-Spezialtraining gemacht. Seeehr anstrengend.
Abends sind wir dann in die Stadt auf den Münchner Christkindlmarkt gezogen (Ishikawa hat dort ein kleines Räuchermännchen von mir geschenkt bekommen...so richtig kitschig) und hinterher ins Augustiner Bräustüberl, einer typischen Münchenr Bierhalle und Gastwirtschaft. Das war echt die Krönung und Ishikawa hat sich sichtlich wohl gefühlt. Zumindest hat er Berge von Fleisch verspeist. Danach gab es noch eine spätabendliche Sightseeing-Tour (Hervorragend gemacht durch meinen zweiten Dojoleiter) und dann eine ungestörte Heimfahrt. Um ein Uhr kam ich dann ins Bett...